Was ist der DAV?

Was ist der DAV?, 19.01.2006


Am 16. Oktober 1947 wurde in Wiesbaden um 10:06 Uhr der Deutsche Astrologenverband e.V. (DAV) gegründet. So festlich den Gründungsmitgliedern auch zumute gewesen sein mag, es war kein Fest mit Pomp und Getöse. Vielmehr traf man sich in Hinterzimmern gastronomischer Betriebe oder versteckt im heimischen Wohnzimmer. Die Schrecken des Nationalsozialismus steckten den Gründungsvätern noch in den Gliedern. Wie andere Organisationen auch versuchte im Nationalsozialismus ein Teil der Astrologenschaft ihr Glück als "deutsche Astrologen", beriefen sich auf die plötzlich entdeckte "deutsch-germanische Astrologie", während andere, aufrechte Astrologinnen und Astrologen sich von der Parteipolitik nicht vereinnahmen ließen. Beide Gruppen mussten schließlich erkennen, dass der Terror der Diktatur auch von solch einem Interessensgebiet wie der Astrologie keinen Halt machte. Astrologische Prognosen wurden als Propagandamaterial eingesetzt, die Veröffentlichung und Besprechung Hitlers Geburtshoroskops verboten, Astrologen zum Teil verhaftet und auch ermordet. Innerhalb weniger Jahre hat auch hier die NSDAP eine Spur der Verwüstung hinterlassen; denn noch in den Jahren vor der Machtergreifung galt Deutschland als eine globale Hochburg ernstzunehmender astrologischer Forschung. Zahlreiche internationale Kongresse wurden hier organisiert. Das Astrologentreffen aus aller Welt, das 1937 geplant war, hatten die Nationalsozialisten kurzfristig verboten. Von da an wurden die engagierten Personen astrologischer Vereinigungen bespitzelt, schikaniert, verhaftet, verhört, gefoltert und auch ermordet.
All dessen war man sich noch bewusst, als man 1947 an die eigentliche Tradition anknüpfte, und eine astrologische Vereinigung gründete: den DAV.

Dabei ging es den Initiatoren nicht um Öffentlichkeitsarbeit, sondern in erster Linie um eine Plattform des fachlichen Austauschs und der Unterstützung astrologischen Forschung. Man darf beispielsweise nicht vergessen, dass es in der Nachkriegszeit extrem kompliziert war, an astrologische Fachbücher heranzukommen. Ephemeriden (Gestirnstandstabellen) erhielt man auf kompliziertem Weg über das Ausland. Geburtsdaten von berühmten Persönlichkeiten wurden wie kleine Schätze behandelt.

Bis der DAV genügend finanzielle und personelle Ressourcen hatte, um an die erfolgreichen internationalen Kongresse der 20er Jahre anzuknüpfen, verging noch viel Zeit. Erst 1981 wagte man die Einberufung einer öffentlichen Tagung. Inzwischen war auch eine jüngere Generation dem DAV beigetreten, die die Schrecken des Nationalsozialismus nicht in gleichem Ausmaß erfahren hatten, wie die Vereinsgründer. Es herrschte daher auch unter den Mitgliedern mehr Mut zur Öffentlichkeit.

Der erste Kongress, die "Deutschen Astrologie Tage 1981" waren ein großer Erfolg. Beflügelt von dem weitreichenden Interesse fanden von nun an jährlich Zusammenkünfte statt. Trotz allem: man darf sie nicht mit den Tagungen der 90er Jahre vergleichen. Viele Kongresse ähnelten Familientreffen in überschaubarer Größe. Dem inneren Zusammenhalt tat das keinen Abbruch; im Gegenteil.

Von Anfang an war den Mitgliedern des DAVs eine Berufsausrichtung wichtig. Man verstand sich (und versteht sich auch heute noch) nicht ausschließlich als ein Ort des Fachsimpelns, sondern auch als Berufsverband. Daher wurde schon in den ersten Jahren die DAV-Prüfung eingeführt (wenngleich diese damals ganz anders aussah als heute). Wer die Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, erhielt den geschützten Titel "geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV" – so ist es noch heute. Die DAV-Prüfung gilt daher intern als eine Art "Herzstück" des Verbandes. Dass mit diesem Titel Qualität verbunden ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. (Siehe auch Artikel tl_files/bilder_inhalte/pfeil.gif Über den Sinn der DAV-Prüfung.)

Heutzutage ist aus der kleinen Hinterzimmer-Gruppierung ein starker Verband mit vielfältigen Facetten geworden. Zwei mal im Jahr können inzwischen Titel-Anwärter/innen die DAV-Prüfung beginnen. Darüber hinaus führt der DAV regelmäßig berufspolitische Hearings durch, um mit Fachleuten der Bildungspolitik oder der Wirtschaft ins Gespräch zu kommen.
Auch Kongresse gibt es jährlich. Die "kleinen Tagungen" sind mit 200 Teilnehmern und zahlreichen Vortragsveranstaltungen beileibe nicht mehr klein. Das nächste Treffen wird vom 6. bis 8. Oktober in Bonn stattfinden; Schwerpunktthema "Klassische Astrologie – Altes neu entdecken". Es empfiehlt sich jetzt schon, sich den Termin vorzumerken oder gar sich anzumelden. Man erhält nicht nur einen Frühbucherrabatt, sondern womöglich sogar eines der begehrten Tagungshauszimmer. Lassen Sie sich direkt von der Geschäftsstelle des DAV das Programm zuschicken: Tel. & Fax: 06221 - 182010 (Mo-Fr 8-14 Uhr), e-mail: davev@t-online.de

Das Fachsimpeln kommt dennoch nicht zu kurz. Dafür wurden eigenes die sogenannten Sektionen eingerichtet. Diese kann man sich als themenzentrierte Arbeitsgruppen vorstellen. Bei acht Sektionen kann man inzwischen mitwirken: Esoterische Astrologie, Hamburger Schule, Huber-Methode / Astrologische Psychologie, Klassische und Stundenastrologie, Medizin & Astrologie, Mundan & Wirtschaftsastrologie, Kosmobiologie sowie Astrologische Forschung. Einige der Sektionen bieten zudem unabhängig von den Kongressen eigene Wochenendtreffen mit hochkarätigen Referent/innen an.

Die Mitgliedschaft im DAV ist bezahlbar. Der Regelsatz für Mitglieder beträgt 100,- Euro pro Jahr. Wer sich das nicht leisten kann, erhält eine Ermäßigung und zahlt nur noch 70,- Euro.

Für den Eintritt in den DAV oder weitere Informationen wenden Sie sich per eMail (davev@t-online.de) oder per Telefon (06221 / 182010) direkt an den Deutschen Astrologen-Verband. Vielen Dank!


www.astrologenverband.de