Über den Sinn der DAV-Prüfung

Über den Sinn der DAV-Prüfung, 01.12.2005


Der Deutsche Astrologenverband bietet eine Verbandsprüfung an. Wenn man sie besteht, darf man sich "geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV "nennen. Wozu das Ganze?

"Astrologe" – so darf sich jeder nennen, auch Personen mit zweifelhaften Arbeitsmethoden. Die Berufsbezeichnung ist nämlich nicht geschützt. Wer mit seinem Namen hingegen für Qualität astrologischer Arbeit bürgen möchte, der erwirbt den Titel "geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV" – denn diese Bezeichnung dürfen nur jene führen, die nachgewiesen haben, dass sie das Handwerkszeug der Astrologie beherrschen und Beratungen verantwortungsvoll durchführen. Genau dies, nicht mehr, aber auch nicht weniger, wird in den verschiedenen Prüfungsabschnitten verlangt.

Doch die Prüfung ist mehr als nur ein Nachweis studierten Wissens. Die meisten Prüfungskandidat/innen berichten, dass die Entscheidung, die DAV-Prüfung abzulegen, mit einer Standortbestimmung einhergeht. Das Erlangen des Titels ist zugleich ein Schritt zu mehr Professionalität – und zu einer deutlichen Positionierung.

Außerdem werden durch die gezielte Vorbereitung Wissenslücken aufgefüllt. Denn während der Beschäftigung mit der Vielfalt astrologischer Themen entwickelt man schnell Vorlieben für bestimmten Techniken, Vorgehensweisen und Themengebiete. Der Deutsche Astrologenverband begrüßt diese Vielfalt ausdrücklich. Über die eigenen Spezialisierungen gerät bisweilen das ein oder andere Thema in den Hintergrund. Wie war das noch mal mit der Radixberechnung? Wer war doch gleich Ptolemäus?
Fast alle Prüfungskandidat/innen schlagen noch einmal die alten Bücher auf und beschäftigen sich mit den astronomischen Grundlagen der Astrologie. Und machen dabei erstaunliche Entdeckungen. Denn das, was man dereinst schon mal gehört oder gelernt hatte, versteht man auf einmal viel besser und kann es der astrologischen Deutung zuordnen. Aus astronomischer oder historischer Sicht wird z.B. auf einmal verständlich, warum man sich für ein bestimmtes Häusersystem entschieden hat oder wie manche Prognosemethoden hergeleitet werden. Insofern beweist sich die Prüfungsvorbereitung nur selten als Qual – die Erweiterung des eigenen Horizontes steht im Vordergrund. Und man hat allen Grund, stolz darauf zu sein, in die Materie der Astrologie tiefer eingedrungen zu sein. Die DAV-Prüfung zeigt eigentlich nichts anderes als genau das: Sie beherrschen Ihr Fachgebiet!

Die DAV-Prüfung ist nicht nur eine Abfrage theoretischen Wissens. Vor allem die Praxis wird unter die Lupe genommen. Im Unterschied zu Schule, Uni oder behördlichen Prüfungsverfahren orientieren wir uns am Alltag und der lebensnahen Anwendung. Daher ist zum Beispiel der Nachweis einer supervidierten Beratung Bestandteil der Gesamtprüfung. Auch in der Hausarbeit können Sie zeigen, dass Sie nicht nur eindimensional Deutungen aus profanen Astro-Rezeptbüchern abschreiben können, sondern in der Lage sind, das komplexe System einer Persönlichkeit durch die astrologische Symbolik zu erfassen. Wählen Sie entweder ein Blindhoroskop oder beschäftigen Sie sich mit einer berühmten Persönlichkeit, die Sie schon immer mal astrologisch "durchleuchten" wollten. Schließlich soll Ihnen die Hausarbeit auch Spaß machen. Sie erhalten dann durch die Prüfer/innen eine fundierte Rückmeldung. Dabei suchen wir nicht kleinkrämerisch nach Grammatikfehlern, sondern sehen Sie als erfahrene Kollegin / erfahrenen Kollegen und diskutieren Ihre Arbeit auf entsprechend hohem, fachlichem Niveau.

Zugegeben: der Prüfungsverlauf zieht sich hin. Das hat einen guten Grund: der Deutsche Astrologenverband möchte nicht, dass jemand aus einer momentanen Laune heraus den Titel "geprüfter Astrologe DAV / geprüfte Astrologin DAV" erwirbt. Denn dieser Titel steht für Seriosität und Qualität. Vielmehr ist intendiert, dass Sie sich mit diesem Titel identifizieren.

Holger A. L. Faß
Vorsitz DAV Prüfungsausschuss



Zurück