Schwangerschaft im Horoskop erkennbar?

Schwangerschaft im Horoskop erkennbar?, 30.01.2005

In der Zeitschrift "Zukunftsblick" Ausgabe 2/2005 ist folgendes Interview mit einer Frau zu lesen, die bei mir eine astrologische Beratung in Anspruch genommen hatte. Die Fragen stellte die Redaktion:

>> Maren, Sie haben sich ein Horoskop erstellen lassen. Warum?
Aus reiner Neugierde. Meine Mutter hatte sich vor Jahren mal eins machen lassen und war völlig begeistert, weil ihr der Astrologe Dinge über ihren Charakter gesagt hatte, die sie immer nur vermutet hatte, aber bei denen sie sich nie sicher war. Sie hattet vermutet, dass sie eine kerative Ader hatte, aber als der Astrologe sie darin bestärkte und ihr sagte, dass sie so ihre Entspannung finden würde, da hat sie sich ernsthaft damit beschäftigt und angefangen zu malen. Neulich hatte sie ihre erste Ausstellung!

Wollten Sie auch sehen, welche Talente in Ihnen stecken?
Ich wollte mich vor allem besser kennen lernen. Ich hatte ja gesehen, wie positiv das für meine Mutter gelaufen war, und das ließ mich in meiner momentanen Situation nachdenken. Ich war sehr unzufrieden mit mir. Mein Studium hatte ich abgeschlossen, aber ich wusste nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Ich hing richtig in der Luft und hatte vor allem Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Ich fühlte mich wie gelähmt.

Und da haben Sie Holger Faß angerufen.
Ja, er erschien mir vom Bild her so sympathisch. Vertrauensvoll ist vielleicht sogar das bessere Wort. Ich habe mir vorher ganz genau überlegt, welche Fragen ich stellen will, aber es kam dann doch etwas anders.

Er sagte etwas, mit dem Sie nicht gerechnet hatten?
Das sowieso. Aber er ging erst mal auf meinen Werdegang ein und wie ich mit mir selber umgehen würde. Er konnte gleich sehen, wie ich funktioniere, was mich bremst und wo meine Stärken liegen. Das war schon komisch. Man ruft einen fremden Menschen an und der sagt einem innerhalb von ein paar Minuten wofür gute Freunde und man selber manchmal Jahre brauchen.

Konnte er Ihnen etwas neues berichten?
Auf jeden Fall. Aber vor allem war es ein tolles Gefühl, als ich bemerkte, dass er wichtige Dinge in meinem Leben ansprach, von denen ich bisher nur eine diffuse Ahnung hatte. Zum Beispiel die Sache mit den Kindern. Während des Studiums habe ich nie ernsthaft darüber nachgedacht, dass mir Kinder wichtig sind. Ich wusste zwar immer, dass ich welche wollte, aber nicht während der Ausbildung. Danach hatte ich erst mal keine Arbeit, und wollte daher nicht unbedingt Kinder in die Welt setzen. Also verdrängt man so Wünsche. Holger hat mich daran erinnert und lange über diesen Punkt mit mir gesprochen. Erst am Ende habe ich gemerkt, dass er etwas Bestimmtes damit bezweckte.

Und was?
Dass ich aufhöre zu denken und beginne zu handeln. Ich hatte mich so weit in meine Gedankenwelt und meine Ängste verzogen, dass ich gar nicht mehr über meine Wünsche nachgedacht habe. Darüber, was mich vielleicht glücklich machen könnte. Ich hatte verlernt zu sehen, was mir gut tut und stattdessen nur noch darüber nachgedacht, wie ich möglichst wenig Fehler mache. Holger hat mir gezeigt, dass man sein Leben in die Hand nehmen muss. Nicht nur denken, sondern auch sich selbst etwas Gutes tun, damit man anderen etwas geben kann.

Haben Sie seit dem Gespräch etwas ändern können?
Ja, aber das ging langsamer als ich dachte. Man braucht eine Zeit, um alte Denkmuster abzulegen. Aber ich habe gelernt und arbeite nun erst mal in einer Kinderbetreuungsstätte. So habe ich schon mal eine Menge Kinder um mich herum. Die Arbeit macht Spaß, auch wenn sie mit meinem Studium nur wenig zu tun hat. Und die eigenen Kinder sollen laut Holger auch bald kommen.<< *

So weit das Interview.

Natürlich freue ich mich, wenn Menschen die astrologische Beratung zu nutzen wissen. Genau das ist ja der Sinn einer Horoskopanalyse: herausfinden, welche Möglichkeiten das Leben für einen bereit hält und sich auf den Weg zu machen, innere Reife und Zufriedenheit zu erlangen. Eine Astrologie, die nicht aktiviert, sondern den Menschen zu Passivität verdammt, empfinde ich als nicht hilfreich. Reine Zukunftsprognosen lehne ich daher ab. Was nutzt eine Aussagen wie "in vier Monaten tritt der Mann ihrer Träume in ihr Leben" – abgesehen davon, dass solche eine Garantie nach meiner Philosophie und meiner Erfahrung nicht gegeben werden kann. Solch eine Aussage verurteilt zum Abwarten. Man bleibt Gefangener des Schicksals. Entweder kommt der Traummann oder er kommt nicht. Man kann nichts Unterstützendes tun.

Falsch! Ich verfolge einen anderen Ansatz. Zentrale Frage ist immer wieder, wie kann ein Mensch seine individuellen Talente nutzen, um auf seinem Lebensweg voran zu kommen. Was können Sie also tun, um dem Traummann zu begegnen? Was können Sie tun, um eine befriedigende Beziehung zu leben? Wie können Sie selbst zu einer Traumpartnerin werden?
Wir haben unseren Geist nicht bekommen, um Werbebotschaften nachzuplappern, sondern um unser eigenes Tun zu reflektieren. Wir haben unsere Hände nicht bekommen, um damit die Fernbedienung des Fernsehers zu bedienen, sondern um selbständig zu handeln. Natürlich sind uns Grenzen gesetzt. Auch wenn wir noch so sehr mit den Armen wedeln: wir werden uns nie wie ein Vogel in die Lüfte erheben. Aber innerhalb bestimmter Parameter verfügen wir über einen enormen Gestaltungsspielraum, den die wenigsten Menschen zu nutzen wissen. Astrologische Beratung hilft, diesen Gestaltungsspielraum kennen und nutzen zu lernen. Das ist es, was wir in der Regel mit "Selbsterkenntnis" beschreiben.

Wie lässt sich diese Erläuterung nun mit dem letzten Satz des Interviews in Verbindung bringen? Dort hieß es, die eigenen Kinder sollen laut Holger auch bald kommen. Gibt das Horoskop Aufschluss darüber, ob man bald Mutter oder Vater wird? Steht die Schwangerschaft im Horoskop?

Die Antwort ist simpel und heißt "nein". Es gibt keine eindeutigen Zeichen, die so interpretiert werden können. Seriöse Astrologie hat mit dieser Art der Wahrsagerei nichts zu tun. Über das Horoskop lassen sich Empfehlungen aussprechen; wie in dem oben zitierten Beispiel die Empfehlung, sich mit Kindern zu beschäftigen. Darüber hinaus lassen sich bestimmte Zeiten benennen, in denen konkrete Themen weiter vorne auf der Tagesordnung stehen. Sie kennen das selbst: in einer Zeit drehen sich alle Gedanken um die Partnerschaft, in einer anderen Zeit ums Geld und wieder zu einer anderen Zeit um innere Zweifel. Jede Erfahrung hat ihre Zeit. Diese lässt sich am Horoskop ablesen. Die Astrologie kann in diesem Sinn Aufschluss geben, wann es angebracht ist, bestimmte Verhaltensmuster zu überdenken, neue Impulse zu wagen, sich stärker mit einer bestimmten Thematik auseinander zu setzen. So kann es auch Indikatoren geben, die eine Empfehlung ermöglichen, etwas in die Welt zu bringen. Das können, müssen aber nicht eigene Kinder sein. Ein Schriftsteller würde vielleicht ein neues Buch veröffentlichen. Ein eindeutiges Signal für biologische Kinder gibt es in der astrologischen Symbolik nicht.

Ein zweites Beispiel: stellen Sie sich vor, die Qualität einer bestimmten Lebenszeit beinhaltet, Verantwortung zu übernehmen. Auch das kann damit einhergehen, dass man Mutter oder Vater wird. Denn solch ein Einschnitt "zwingt" zur Übernahme von Verantwortung. Aber das Thema "Verantwortung übernehmen" lässt sich natürlich auch ganz anders leben, zum Beispiel indem man eine neue Stelle mit mehr Kompetenzen übernimmt, aus dem geschützten Elternhaus auszieht, sich in einem sozialen Verein engagiert und so weiter.

Mit Sicherheit verfüge ich nicht über die Gabe, Schwangerschaften in der Zukunft vorauszusehen. Wie Sie wissen bedarf es dafür weitaus mehr als der "richtigen Sterne" und dem festen Glauben an den Klapperstorch. Elternschaft ist (auch wenn es manchmal nicht so aussieht) eine selbst getroffene Entscheidung.
Wenn Sie selbst Ihre Zukunft in die Hand nehmen wollen, schaue ich jedoch gerne, welche Themen mit der Geburt eines Kindes für Sie einher gehen. Denn jedes Kind berührt bei seinen Eltern andere Schwerpunkte. Die Aussage, "eigene Kinder würden bald kommen" habe ich so nie getätigt.

* Zukunftsblick Nr. 2, Februar 2005, S. 118



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