Schatzkiste: Der Venusdurchgang 2004

Lasst uns unsere Schuld erkennen. Der Venusdurchgang., 25.05.2004


Am 8. Juni 2004 lohnt es sich wieder, die Sonnenfinsternis-Brillen herauszukramen. Denn auch an diesem Tag sollten Sie in die Sonne schauen – aber nicht ohne Schutz! Sie können einen sogenannten Venusdurchgang beobachten.

Als einen Venusdurchgang (oder auch Venustransit*) bezeichnet man das Vorbeiziehen der Venus vor der Sonne. Wenn sich Venus also zwischen Erde und Sonne befindet und zwar genau in dem Winkel, dass sie von uns aus gesehen direkt vor der Sonnenscheibe steht, dann haben wir einen solchen Venusdurchgang. Und das kommt selten vor. Der letzte dieser Art fand 1882 statt. Der amerikanische Komponist John Phillip Sousa (1854 – 1932) sah dies und war so beeindruckt, dass er gleich ein Lied dazu schrieb – Titel: Transit of Venus. Da Sousa jedoch ansonsten eher militaristisch als astrologisch interessiert war, fiel diese Komposition als Marschmusik aus – nicht wirklich passend für diesen friedfertigen Planeten.

Venusdurchgang am 8.6.2004
Am 8. Juni 2004 können Sie am Vormittag einen Venusdurchgang beobachten. Morgens, gegen halb Acht, nehmen Sie am linken unteren Rand der Sonne ein kleines Pünktchen wahr, das sich dann langsam nach rechts vorarbeitet. Gegen Mittag wandert das Pünktchen dann wieder rechts aus der Sonnenscheibe heraus. Dieses Pünktchen ist die Venus – aber sie ist nur in Relation zur riesigen Sonne so winzig. Ansonsten ist sie nahezu so groß wie die Erde. Was hier rechts im Bild aussieht wie eine Apfelsine ist also die Sonne; der kleine schwarze Punkt rechts unten die Venus.

Wie können wir nun dieses Phänomen astrologisch deuten?

Insgesamt gilt es, dieses Ereignis mundan, das heißt auf das Weltganze zu deuten. Wie sich der Venusdurchgang in Ihrem persönlichen Horoskop auswirkt, läßt sich an dieser Stelle aus nachvollziehbaren Gründen nicht sagen. Prüfen Sie selbst, ob Horoskop-Faktoren Ihres Geburtsbildes berührt werden.

Der Zeichenfärbung dürfen wir bei der Interpretation ebenfalls nicht so viel Bedeutung zumessen, wie wir es üblicherweise gewohnt sind. Zwar findet der Venusdurchgang im Zeichen Zwillinge statt, aber man muß wissen, dass solch eine Beobachtung stets nur Anfang Juni oder Anfang Dezember gemacht werden kann. Insofern findet dieses Phänomen immer auf der Achse Zwillinge-Schütze statt; der Erkenntnisachse. Ob uns der große Weltenbauer hier einen Wink mit dem Zaunpfahl geben möchte? Um zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält (Schütze) ist es unumgänglich, uns im Alltäglichen (Zwillinge) die Liebe (Venus) ins Bewußtsein (Sonne) zu rufen? Ohne einen Willen (Sonne) zum Frieden (Venus) kommen wir nicht zur Erkenntnis (Zwillinge-Schütze)? Es lohnt sich auf jeden Fall, darüber nachzusinnen.

Wichtiger bei diesem Venusdurchgang als die Zeichenfärbung ist das Zusammenspiel mit anderen Planeten – der Sonne-Venus-Konjunktion steht nämlich genau Pluto gegenüber. Zudem ist die Venus rückläufig und zieht sozusagen gegen den Tierkreis an der Sonne vorbei. Beides deutet auf Schattenthemen hin. Von der Anschauung abgeleitet dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass wir etwas sehen, was wir ansonsten nicht zu Gesicht bekommen. Üblicherweise nämlich können wir bei einer Venus-Sonne-Konjunktion den "Liebesplaneten" gar nicht am Himmel wahrnehmen. Astrolog/innen sagen auch: "er ist verbrannt". Doch Anfang Juni kommen die Schattenthemen ins Bewußtsein. Überall dort auf der Welt, wo wir mit Frieden, Schönheit und Harmonie entehrend umgegangen sind, dort, wo Weiblichkeit unterdrückt wurde, dort gibt es Klärungsbedarf. Der Venusdurchgang zeigt an, dass diese Themen in den Vordergrund rücken. Dabei gilt es, Leichen aus dem Keller zu holen; Schlammschlachten sind nicht ausgenommen. Da von Mitteleuropa aus der Venusdurchgang vollständig beobachtet werden kann, sollten wir nicht in die Versuchung geraten, diese Thematiken anderen Erdteilen zuzuschieben. Nein: es geht um den Mißbrauch, den wir hier bei uns getätigt oder erduldet haben.

Tatsächlich ist damit zu rechnen, dass Frauen (Venus) uns auf die Wunden hinweisen, die dringend geheilt werden müssen – und gibt es ein besseres Heilmittel als die Liebe?
Diese Konstellation zeigt somit an, dass wir uns in einer Zeit befinden, da Frauen der Welt etwas wichtiges zu sagen haben. Es lohnt sich auch für die Männer, mal mit offenen Ohren zuzuhören. Das gilt übrigens im politischen Bereich ebenso wie im Privatleben.

Im Zuge des letzten Venusdurchgangs billigte der Reichstag das erste deutsche Krankenversicherungsgesetz, das zugleich das erste Sozialgesetz war, das unter Bismarck den Reichstag passierte. Derzeit wird das Krankenversicherungswesen (heute: Gesundheitswesen) in einer Art reformiert, wie es sie seit Bestehen dieses Versicherungssystems nie gegeben hat. Statt "reformiert" sollte man ehrlicher "dementiert" sagen. Auch diese Ära läßt sich mit dem Zyklus der Venusdurchgänge in Verbindung bringen.

Da wir über also über zum Teil sehr große Zeiträume sprechen, läßt sich das Wesentliche nicht immer sofort erfassen. Bleiben Sie daher wachsam – auch über den 8. Juni hinaus, wenn es um venusische Angelegenheiten geht.



* Für Astrologie-Kundige: lassen Sie sich von der astronomischen Terminologie nicht verwirren. Sie werden von den Kollegen dort häufig den Begriff "Venus-Transit" hören. Damit ist nicht das gemeint, was Astrologen unter einem Transit verstehen. Die Naturwissenschaftler sprechen nur dann von einem Venustransit, wenn Venus an der Sonnenscheibe vorbeizieht (transire heißt lateinisch so viel wie vorbeigehen).

Foto mit freundlicher Genehmigung von Eric Thomsen, www.sternvisning.no




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