Es wird Krieg geben

Es wird Krieg geben, 16.12.2004

"Es wird Krieg geben und Hungersnöte, Arbeitslosigkeit und Naturkatastrophen."

Auch für 2005 werden wir wieder solche Prognosen hören. Lassen Sie sich von den dunklen Voraussagen nicht entmutigen. Auch dann nicht, wenn ein Großteil davon richtig sein wird: Krieg gibt es beispielsweise ohne Unterbrechung. An jedem Tag wird irgendwo auf dieser Welt militärische Gewalt angewendet, werden Frauen, Männer, Kinder, Tiere von Soldaten getötet. Genau dazu ist das Militär ja auch da. Wer etwas anderes behauptet, lügt. Man muss nicht besonders weise sein, um auch für 2005 Gewalt auf dem Globus "vorauszusehen". Ebenso kann jeder, der nicht zugleich mit Blindheit, Taubheit und Dummheit geschlagen ist, eine weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland und Europa, einen weiteren Abbau von Sozialleistungen, eine gesellschaftliche Spannung, basierend auf wirtschaftlichen Konflikten "prognostizieren". Auch das wird sich alles bewahrheiten – mit Astrologie, astrologischer Vorausschau hat das alles jedoch kaum etwas zu tun.

Solche "Prognosen" fügen letztlich nicht nur der Astrologie Schaden zu, sie lähmen zugleich auch den Menschen. Denn mit der Macht der Sterne im Rücken scheinen die Unglücke unausweichlich. Und genau das ist nicht der Fall. Der Großteil der Katastrophen ist nämlich menschengemacht und kann daher von Menschen, von Ihnen und mir, verändert und gestoppt werden!

Oder glauben Sie etwa, es entspräche einem "kosmischen Schicksalsplan", dass beispielsweise 15 weiße Tiger aus ihrem natürlichen Lebensraum mit Gewalt verschleppt werden, um im Heilbronner Weihnachtscircus vorgeführt zu werden?
Meinen Sie, es sei "vom Kosmos vorgesehen", dass 12jährige unter Androhung des Todes mit Alkohol und Drogen vollgepumpt werden, damit sie die Angst überwinden und als Kindersoldaten andere Menschen  foltern und umbringen?
Haben "die Sterne bestimmt", dass man neuerdings Patentrechte auf Babys erwerben kann?

Wer Ihnen versucht einzureden, dass die Zeichen am Himmel derartiges (auch in der Vorausschau) zeigen, beherrscht weder die hohe Kunst der Astrologie noch die Sensibilität im Umgang mit Leid.

Lassen sich nun überhaupt Prognosen für das neue Jahr machen? Kann man seriös Vorhersagen treffen? Und wenn ja, mit welcher Intention?

Zunächst einmal: ja, man kann einen astrologischen Jahrestrend abgeben. Anhand verschiedener Techniken können wir zweifelsohne bestimmte Tendenzen vermuten – eine der bekanntesten Techniken ist der Umgang mit sogenannten Transiten. Damit bezeichnet man die laufenden Planeten, also die jeweils aktuellen Planetenstände. So befindet sich zum Beispiel derzeit Saturn im Tierkreisabschnitt Krebs, und er wird am 16. Juli 2005 in den Tierkreisabschnitt Löwe wechseln. Ungefähr alle 28 Jahre durchläuft er das Löwe-Zeichen. Das lässt sich exakt vorausberechnen.

Auf der Basis der aktuellen Planetenstände und ihrer Bewegungen im neuen Jahr, lassen sich auch bestimmte Tendenzen benennen. Bleiben wir bei dem oben genannten Beispiel: Saturn in Löwe. Saturn bringt stets eine gewisse Ernsthaftigkeit mit. Er ist der TÜV unter den Planeten, derjenige, der kritische Fragen stellt und prüft, ob alles seinen Bestimmungen gemäß läuft. Diese Energie trifft nun auf die Löwe-Thematik, die man mit den Schlagworten Selbstverwirklichung und Gestaltungskraft umschreiben kann. Alle Menschen, die in ihrem Geburtshoroskop Planeten im Zeichen Löwe haben, werden davon früher oder später betroffen sein. Da dem Löwen im Tierkreis der Wassermann gegenüber liegt, sind auch Menschen mit Wassermann-Planeten davon berührt.

Spüren nun nur Löwe- und Wassermann-Geborene diese Konstellation? Nein. Stellen Sie sich vor, als würde Planet Saturn eine Musik machen. Durch seinen Wechsel vom Krebs in den Löwen ändert sich die Melodie. Das kriegen auch andere Menschen mit – nur die anderen betrifft es eben nicht persönlich.

Astrologie ist aber mehr als eine individuelle Betrachtungsweise. Zwar ist das einer der großen Vorzüge der Astrologie gegenüber anderen Methoden, dass sie das ganz Persönliche eines Menschen erfassen kann, aber man kann sie auch als mundane Technik, als "auf das Weltganze bezogen" verstehen und anwenden.

Aus diesem Blickwinkel lassen sich folgende Themen und Tendenzen für 2005 den Planetenkonstellationen entnehmen:

Das Jahr beginnt mit einer Spannung zwischen Saturn und Chiron, die sich im August noch einmal wiederholt. Es ist günstig, in dieser Zeit das Gesundheitswesen (Chiron) noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen (Saturn). Wir sind aufgefordert, an unserer Heilswerdung zu arbeiten. Allerdings gehört dazu, dass wir Unheilbares als solches akzeptieren und nicht versuchen, uns gottähnlich über die Natur zu stellen. Womöglich kann sich dies auf der Ebene der Gentechnik widerspiegeln, die hier den weitesten Vorstoß in Richtung Hybris wagt. Besser wäre es allerdings, die eigenen Grenzen des Machbaren und des ethisch Vertretbaren anzuerkennen.

Die Opposition von Chiron und Saturn findet im weiteren Jahresverlauf auf der Achse Wassermann – Löwe statt. Solch einen Spannungsaspekt zwischen diesen beiden Himmelkörpern gab es letztmalig vor 14 Jahren. Interessant ist, dass die Planeten nun die Zeichen gewechselt haben. War 1991 Chiron im Löwen, befindet sich nun Saturn dort, und Saturn war damals im Wassermann, wo nun Chiron steht. Stets ist das Thema Individualismus und Befreiung angesprochen. Aber es geht dabei nicht ohne Reibungsverluste. Und die sind womöglich härter, als man zunächst annimmt. Die Veränderungen im Ostblock, die vor 14 Jahren mit der Chiron-Saturn-Opposition zusammen fielen, zeigen das sehr deutlich. Die Menschen fühlen förmlich, dass sie "zur Freiheit verurteilt" (Sartre) sind. Ähnliches kann uns 2005 bevorstehen – diesmal jedoch tritt das Individuum eher zugunsten der Gemeinschaft zurück. Auf mundaner Ebene bedeutet dass: Kleinstaaten ringen um ihre Position und einige könnten geneigt sein, sich zähneknirschend einem größeren Verbund anzuschließen. Um die Konstellation positiv zu nutzen wäre es angebracht, die Schaltstellen der Macht auf das Notwendige zu reduzieren, eigene Herrschaftsansprüche, die nur Stolz und Eitelkeit entspringen, aufzugeben und zu erkennen, dass man ein wichtiger Teil einer größeren Gruppe ist.

Mit Saturn im Löwen werden auch die Großen, die Bosse und Könige ab Herbst 2005 einer kritischen Prüfung unterzogen. Konzerne könnten gezwungen werden, sich zu verkleinern; wenn sie sich in den letzten Jahren überschätzt hatten, wird sich das nun (und weiter in 2006) deutlich zeigen. Vielleicht wird an der ein oder anderen Stelle auch ein Globalisierungsvorhaben ausgebremst. Die Konzentration auf die eigenen Fähigkeiten, auf die Kernkompetenzen ist gefragt. Ausweitung und Zusammenschluss ist nicht immer der richtige Weg.
Vorsicht sei auch den sich gar zu selbstsicher gebenden Politikern angeraten. Saturn hat schon so manchen Schwellkopf zu Fall gebracht.

Nachdem wir in den letzten Jahren immer wieder mit harten Aspekten zwischen den Langsamläufern zu tun hatten, können wir mit Erleichterung vernehmen, dass 2005 keine Spannungsverbindungen zwischen diesen Planeten mehr bestehen.

Bis zum Oktober tänzelt Jupiter noch im Zeichen Waage umher. Das gibt uns Hoffnung, dass es mit den diplomatischen Beziehungen auf internationalem Parkett freundschaftlich voran geht. Allerdings könnte man sich auch zu sehr auf die Etikette verlassen und dabei übersehen, dass hinter verschlossenen Türen ganz andere Schachzüge geplant und durchgeführt werden. Wenn Jupiter dann in das Zeichen Skorpion wechselt, wird Mars rückläufig. Wir können das mit gebremster Energie gleichsetzen. Womöglich gelingt dann zwar der Blick hinter den Schleier, aber etwas hindert daran, das Wissen in Handlung umzusetzen. Das gilt auf politischer Ebene genau so wie im Privaten.

Ach so: natürlich wird es Krieg geben. Aber nicht, weil sich das den Planeten entnehmen lässt, sondern weil die Erfahrung zeigt, dass Menschen fanatisch sind. Wie traurig.

Einen konkreten astrologischen Jahrestrend lassen Sie sich am Besten in Kombination zu Ihrem Geburtshoroskop erstellen. Daraus kann man Ihre Themen ablesen, mit denen Sie sich im neuen Jahr herumschlagen müssen oder an denen Sie sich erfreuen können. Bei Interesse rufen Sie mich einfach an: 0221 – 870 46 43.



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