DAV-Tagung "Astrologie und Familie"
DAV-Tagung "Astrologie und Familie", 02.11.2005
Die jährlich stattfindende Bonner Tagung des
Deutschen Astrologenverbandes gleicht einem Familientreffen. Wenn Sie an Ihre eigene Familientreffen denken, werde Sie zwei verschiedene Varianten davon kennen: solche, bei denen alte Grabenkämpfe geführt werden und solche, die sich durch den Konsens der Harmonie auszeichnen. Das Astrologen-Treffen vom 7. bis 9. Oktober gehörte zur zweiten Kategorie.
Lieblich ging es zu – sowohl in der Mitgliederversammlung als auch bei den Vortragsveranstaltungen. Allzu sehr scheint man erschöpft von den erbitterten Vorwürfen der letzten Zusammenkünfte. Über sensible Themen wie zum Beispiel den Umgang mit der DAA wurde ein Mantel des vornehmen Schweigens gelegt, auf das Gras darüber wachse. Solange kein Kamel kommt, dieses Gras wieder abzuknabbern, kann aus dieser harmonischen Grundstimmung neue Kraft entstehen. Dem neu gewählten Vorstand, bestehend aus Dr. Christoph Schubert-Weller (1. Vorsitzender), Esther Potter (2. Vorsitzende), Dieter Ernst (Kassenwart), Daniela Palermo (Organisation und Verwaltung) sowie Monika Schanz (Schriftführerin) wünsche ich jedenfalls neben viel Freude an der gestalterischen Verbandsarbeit auch viel Erfolg und Rückendeckung.
Lieblich ging es zu – sowohl in der Mitgliederversammlung als auch bei den Vortragsveranstaltungen. Allzu sehr scheint man erschöpft von den erbitterten Vorwürfen der letzten Zusammenkünfte. Über sensible Themen wie zum Beispiel den Umgang mit der DAA wurde ein Mantel des vornehmen Schweigens gelegt, auf das Gras darüber wachse. Solange kein Kamel kommt, dieses Gras wieder abzuknabbern, kann aus dieser harmonischen Grundstimmung neue Kraft entstehen. Dem neu gewählten Vorstand, bestehend aus Dr. Christoph Schubert-Weller (1. Vorsitzender), Esther Potter (2. Vorsitzende), Dieter Ernst (Kassenwart), Daniela Palermo (Organisation und Verwaltung) sowie Monika Schanz (Schriftführerin) wünsche ich jedenfalls neben viel Freude an der gestalterischen Verbandsarbeit auch viel Erfolg und Rückendeckung.
Lieblich,
vielleicht sogar allzu lieblich ging es auch im fachlichen Teil der
Tagung zu. Bietet das Thema Astrologie und Familie keine kontroversen
Sichtweisen? Sind wir uns einig? Klemens Ludwig, der am Sonntag einen
markanten Schlussvortrag hielt, fasste es auf seine Art zusammen:
Eltern und Kinder gehören irgendwie zusammen, auch astrologisch. In
bewährt fachmännischer und menschlicher Art führte er jedoch weiter
aus, dass wir über das "wie" nur begrenzt Aussagen treffen können. Der
Mensch wird eben nicht vom Himmel regiert, sondern die Sterne machen
ihn lediglich geneigt.
Gegen die Aussage, dass Eltern und Kinder "irgendwie astrologisch zusammengehören" regt sich kein Widerspruch. Durch welche Horoskopsymbole und astrologischen Techniken familiäre Bezüge hergestellt werden können, ist jedoch Ansichtssache. Das Ansichten einander ergänzen können führten Sabine Bends und Christopher A. Weidner anschaulich vor. In einem dialogischen Fachgespräch entwickelten sie am Beispiel Arnold Schwarzeneggers die Herkunftsfamilie, mal nach der Schule für Transpersonale Astrologie, mal nach dem API-Modell, mal nach Planeten, mal nach Häusern. Ihr Vortrag, der formal und inhaltlich kongruent war, zeigte zudem, dass man Widersprüche benennen kann und darf, ohne sich gleich die Köpfe einschlagen zu müssen. Anders herum: um der Harmonie willen muss niemand seinen Schnabel halten. Es ist eben nicht das Was, sondern das Wie das den Ton ausmacht.
Auch im Verband fällt der Apfel nicht weit vom Stamm: der Umgangsstil, den wir prägen, wird von der nachwachsenden Mitgliederschaft adaptiert (und, so wir Mist gebaut haben, hoffentlich verbessert). Im herkömmlichen Familiensystem ist das natürlich äquivalent. Gleich mehrere Referentinnen führen anschaulich vor Augen, wie Themen über mehrere Generationen weitergereicht werden, darunter Petra Dörfert, die im Rahmen eines Kurzvortrags den Wert astrologischer Biografiearbeit darstellte. Mond erscheint ihr dabei neben der Besetzung gleicher Tierkreisgrade als Hauptträger astrologischer Vererbung. Annegret Becker-Baumann wies dies sogar an den Sonnenständen der Familienmitglieder nach. Anne C. Schneider bewies anhand von politischen Familiendynastien, hier am Beispiel der Kennedys, wie Machthunger aber auch andere Schattenthemen wie Alkoholismus oder seelische Zurückweisung von Frauen über mehrere Generationen hinweg immer wieder in Biografien ebenso wie in den Horoskopen auftauchen.
Übernehmen wir die ungelösten Themen unserer Eltern oder suchen wir uns gezielt unsere Eltern dafür aus? Der Tenor der Referentinnen ging eindeutig zu Letzterem. Das dies jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass man sein Leben lang dann an (womöglich traumatische) Grunderfahrungen seiner Eltern gebunden ist, konnten Birgit Böhmig und Beatrix Braukmüller eindrucksvoll darstellen. Dabei konzentrierte sich die Heilpraktikerin Birgit Böhming mehr auf die somatische Ausdrucksform seelischer Heilungsprozesse, Beatrix Braukmüller, die auch Energiearbeit integriert, hingegen auf die innerpsychische Reaktionsmuster. Sogenannte psychische Störungen wie zum Beispiel Magersucht können durch das Familiensystem ausgelöst, aber eben auch gelöst werden. Lösen durch Ablösen ist dabei eine Variante, die Beatrix Braukmüller an Beispielen ihrer Beratungspraxis erläuterte.
Überhaupt gab es einen deutlichen Überhang an Beispielfällen aus eigenem Erleben. Auch hier fühlte ich mich an ein Familientreffen erinnert; alte Geschichten werden wieder aufgewärmt und weitergegeben: "weiß du noch...". So erfahren wir wie der Soundso diese und jenes getan oder gelassen hat. Dieser Praxisbezug ist erfreulich; andererseits bleiben wir dabei stets dem Einzelfall verhaftet, solange wir keine astrologische Theoriebildung dazu betreiben.
Theorien, vor allem hinsichtlich moderner Überlegungen zur Astrologie als nützliche Fiktion, wurden von Erik van Slooten in seinem kabarettistischen Abendprogramm eine deutliche Absage erteilt. Vom Sockel des erhabenen Stundenastrologen kommentierte er mit spitzer Zunge die gegenwärtige Astrologenlandschaft – die sich Bahn brechende Heiterkeit sowie ein starker Applaus zeigten, dass er damit den Nerv des Publikums getroffen hatte.
Das gesellige Beisammensein fand somit nicht nur am Samstag ab 21:00 Uhr statt, wie das Programm vorgesehen hatte. Gesellig beisammen war man den gesamten Kongress über. Es tat gut, in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts den Austausch zu suchen. Für die Zukunft wird es gut sein, mit etwas Mut auf dieser Erfahrung aufbauend fachliche Auseinandersetzungen zuzulassen. Der neue Vorsitzende Dr. Christoph Schubert-Weller sprach davon, dass er Türen öffnen wolle, damit neuer Wind in den Verband kommt. Wir wissen: Wind ist eine Kraft. Es ist eine friedliche Energie. Nutzen wir Sie!
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Gegen die Aussage, dass Eltern und Kinder "irgendwie astrologisch zusammengehören" regt sich kein Widerspruch. Durch welche Horoskopsymbole und astrologischen Techniken familiäre Bezüge hergestellt werden können, ist jedoch Ansichtssache. Das Ansichten einander ergänzen können führten Sabine Bends und Christopher A. Weidner anschaulich vor. In einem dialogischen Fachgespräch entwickelten sie am Beispiel Arnold Schwarzeneggers die Herkunftsfamilie, mal nach der Schule für Transpersonale Astrologie, mal nach dem API-Modell, mal nach Planeten, mal nach Häusern. Ihr Vortrag, der formal und inhaltlich kongruent war, zeigte zudem, dass man Widersprüche benennen kann und darf, ohne sich gleich die Köpfe einschlagen zu müssen. Anders herum: um der Harmonie willen muss niemand seinen Schnabel halten. Es ist eben nicht das Was, sondern das Wie das den Ton ausmacht.
Auch im Verband fällt der Apfel nicht weit vom Stamm: der Umgangsstil, den wir prägen, wird von der nachwachsenden Mitgliederschaft adaptiert (und, so wir Mist gebaut haben, hoffentlich verbessert). Im herkömmlichen Familiensystem ist das natürlich äquivalent. Gleich mehrere Referentinnen führen anschaulich vor Augen, wie Themen über mehrere Generationen weitergereicht werden, darunter Petra Dörfert, die im Rahmen eines Kurzvortrags den Wert astrologischer Biografiearbeit darstellte. Mond erscheint ihr dabei neben der Besetzung gleicher Tierkreisgrade als Hauptträger astrologischer Vererbung. Annegret Becker-Baumann wies dies sogar an den Sonnenständen der Familienmitglieder nach. Anne C. Schneider bewies anhand von politischen Familiendynastien, hier am Beispiel der Kennedys, wie Machthunger aber auch andere Schattenthemen wie Alkoholismus oder seelische Zurückweisung von Frauen über mehrere Generationen hinweg immer wieder in Biografien ebenso wie in den Horoskopen auftauchen.
Übernehmen wir die ungelösten Themen unserer Eltern oder suchen wir uns gezielt unsere Eltern dafür aus? Der Tenor der Referentinnen ging eindeutig zu Letzterem. Das dies jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass man sein Leben lang dann an (womöglich traumatische) Grunderfahrungen seiner Eltern gebunden ist, konnten Birgit Böhmig und Beatrix Braukmüller eindrucksvoll darstellen. Dabei konzentrierte sich die Heilpraktikerin Birgit Böhming mehr auf die somatische Ausdrucksform seelischer Heilungsprozesse, Beatrix Braukmüller, die auch Energiearbeit integriert, hingegen auf die innerpsychische Reaktionsmuster. Sogenannte psychische Störungen wie zum Beispiel Magersucht können durch das Familiensystem ausgelöst, aber eben auch gelöst werden. Lösen durch Ablösen ist dabei eine Variante, die Beatrix Braukmüller an Beispielen ihrer Beratungspraxis erläuterte.
Überhaupt gab es einen deutlichen Überhang an Beispielfällen aus eigenem Erleben. Auch hier fühlte ich mich an ein Familientreffen erinnert; alte Geschichten werden wieder aufgewärmt und weitergegeben: "weiß du noch...". So erfahren wir wie der Soundso diese und jenes getan oder gelassen hat. Dieser Praxisbezug ist erfreulich; andererseits bleiben wir dabei stets dem Einzelfall verhaftet, solange wir keine astrologische Theoriebildung dazu betreiben.
Theorien, vor allem hinsichtlich moderner Überlegungen zur Astrologie als nützliche Fiktion, wurden von Erik van Slooten in seinem kabarettistischen Abendprogramm eine deutliche Absage erteilt. Vom Sockel des erhabenen Stundenastrologen kommentierte er mit spitzer Zunge die gegenwärtige Astrologenlandschaft – die sich Bahn brechende Heiterkeit sowie ein starker Applaus zeigten, dass er damit den Nerv des Publikums getroffen hatte.
Das gesellige Beisammensein fand somit nicht nur am Samstag ab 21:00 Uhr statt, wie das Programm vorgesehen hatte. Gesellig beisammen war man den gesamten Kongress über. Es tat gut, in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts den Austausch zu suchen. Für die Zukunft wird es gut sein, mit etwas Mut auf dieser Erfahrung aufbauend fachliche Auseinandersetzungen zuzulassen. Der neue Vorsitzende Dr. Christoph Schubert-Weller sprach davon, dass er Türen öffnen wolle, damit neuer Wind in den Verband kommt. Wir wissen: Wind ist eine Kraft. Es ist eine friedliche Energie. Nutzen wir Sie!
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