Astrologie und Gesundheit
Astrologie und Gesundheit, 23.03.2009
Gastbeitrag von Beatrix Braukmüller, gepr. Astrologin DAV
Astrologie und Gesundheit: Entwicklung und Praxis – ein kurzer Einblick
Das Thema Gesundheit wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Jeder weiß, dass die Krankenkassen kaum noch Kosten übernehmen, und die Ärzte dazu angehalten sind, dem Patienten nur das Notwendigste im Rahmen des Kostenplans zu verordnen. Die meisten Menschen suchen einen Arzt auf, wenn sie eine akute Krankheit haben und dringend Hilfe brauchen, damit sie schnell wieder gesund werden. Das heißt, sie nehmen entsprechende Medikamente ein, die die Symptome bekämpfen. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage: Was ist Krankheit eigentlich, wann entsteht sie, und welche Ursache(n) hat sie? Gibt es Möglichkeiten, Krankheiten zu vermeiden und gesund zu bleiben?
Die WHO definiert Gesundheit als einen Zustand körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Und der Schriftsteller Peter Altenberg sagte einmal: "Krankheit ist der Aufschrei einer beleidigten Seele". Steckt hinter jeder Erkrankung auch eine seelische Ursache? Um der Antwort näher zu kommen, sollten wir uns fragen: "Will uns diese Krankheit etwas sagen?" – Welche Organe und Körperpartien sind betroffen, und welche Einschränkungen oder gar Vorteile erfahren wir dadurch im Alltag? In unserer schnelllebigen Zeit und der gesellschaftlichen Leistungsorientiertheit haben Stress, Ängste und die Sicherung der wirtschaftlichen Lage ebenfalls Einfluss auf unser Befinden, denn: Unser Schicksal ist ein Spiegelbild unserer Seele. Hinter jeder Krankheit verbirgt sich eine Botschaft. Und Krankheit kann auch zur Entwicklung und zur Stärkung der Persönlichkeit beitragen – je nachdem, wie wir mit ihr umgehen.
Wenn wir von Ursache und Wirkung sprechen, und damit den so genannten Karma-Gedanken aufgreifen, dürfte jede Krankheit einen Sinn haben – denken wir nur an Menschen, die mit einer Erbkrankheit oder einer Behinderung auf die Welt kommen und von klein auf lernen, ihre Krankheit zu akzeptieren und sich im Leben durchaus gut damit zurecht finden können oder müssen. Eine Krankheit hat also immer etwas mit dem Patienten zu tun. Sie fordert ihn auf, sich mit ihren Signalen intensiv auseinander zu setzen, sich damit zu identifizieren, um den eigenen abgelehnten Anteil in die Persönlichkeit zu integrieren. Insbesondere Kinderkrankheiten tragen mitunter zu Entwicklungsschüben bei, und Erbkrankheiten erfordern eine Auseinandersetzung mit persönlichen und Familienthemen, die wahrscheinlich schon von vorherigen Generationen vernachlässigt wurden. Ein Mensch ist dann gesund, wenn er in seiner Mitte ist, das heißt, wenn männliche und weibliche Energien ausgeglichen sind, wenn er sich im Einklang mit den universellen bzw. kosmischen Gesetzen befindet, zufrieden und voller Lebensfreude ist.
Die Anfänge der Astro-Medizin
Die beiden Leitgedanken der Medizin waren damals wie heute: "Heile durch das gleiche Prinzip" oder "heile mit dem Gegenteil", was auch heute noch gilt. Wenn wir uns z. B. verbrennen, kühlen wir die Brandstelle, haben wir kalte Füße, nehmen wir ein warmes Fußbad. Die "Astro-Mediziner" heilten Krankheiten, indem sie z. B. bei Erkältungen, Rheuma oder Arthrose (Saturn-Krankheiten) wärmende Mittel, bei Fieber und Allergien (Mars-Krankheiten) kalte Umschläge verordneten. Bei Verstopfung und Nierenstörungen ("Krankheiten des Wassers") wurde der Patient "ans Wasser gebracht", d. h. er musste viel trinken.
Der Mensch fühlte sich anfangs mit der Schöpfung so stark verbunden, dass er ihrem Rhythmus folgte und vollkommen im Einklang mit der Natur lebte. Später erforschte er den Himmel, die Sterne, stellte eine Verbindung zwischen Himmel und Erde her und vergaß immer mehr von seinem Urwissen. Durch die Astrologie wurde jedoch die Verbindung zu diesem Urwissen aufrecht erhalten, das auch heute noch in jedem Menschen vorhanden ist und intuitiv erfahren werden kann.
Ähnliches vollzog sich auch in der Heilkunst, denn instinktiv wussten die Menschen – genau wie die Tiere – wie sie auf natürliche Weise mit ihren Krankheiten umgehen konnten. Dieser Instinkt und die Verbindung mit den universellen Kräften gingen jedoch auch verloren. Die Menschen orientierten sich an der Astrologie, und aus der Verbindung von Astrologie und Heilkunst entstanden die Ansätze der medizinischen Astrologie. Wie in der Homöopathie werden auch mit der Astrologie keine Krankheiten, sondern kranke Menschen behandelt, indem man herausfindet, woran jemand leidet und was ihm fehlt, um dann das richtige Heilmittel dafür zu finden. Jede Krankheit ist individuell und muss auch so behandelt werden.
Dieser Grundsatz wird durch die Psychosomatik (seit 1818) – die Wechselwirkung zwischen Seele (Psycho) und Körper (Soma) – noch vertieft. Und sogar von der Schulmedizin werden die "Holy Seven", die "heiligen sieben" psychosomatischen Krankheiten Essentielle arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Rheumatische Arthritis, Asthma bronchiale, Hypertyreose (Schilddrüsenerkrankung), Neurodermitis, Ulcus duodeni (Magen. bzw. Zwölffingerdarmgeschwür), Colitis ulcerosa (und Morbus Crohn – Chronische Darmentzündungen) anerkannt. Die Astrologie war in ihren Anfängen eine Wissenschaft. Jeder Arzt und jeder Naturwissenschaftler war bis zum 16. Jh. auch Astrologe. Oftmals konnte man mit Hilfe der Astrologie eine Krankheit erkennen, behandeln und heilen. So hatte die Astrologie einen hohen Stellenwert. Sie wurde an Universitäten gelehrt und von vielen bekannten Männern ausgeübt: Platon und Aristoteles waren ihrer kundig. Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei arbeiteten astrologisch, und selbst Bischöfe und Päpste förderten die Astrologie – sie gehörte zu ihrem Alltag dazu. Der Theologe und Naturphilosoph Paracelsus prägte den Satz: "Ein guter Arzt muss immer auch ein guter Astrologe sein."
Thomas von Aquino, der im 13. Jh. lebte, schrieb in seinem Werk: Summa Theologica: "... Die Sterne sind körperlicher Natur und können daher nur auf körperliche Dinge einwirken, also auch auf den Leib des Menschen und auf jene Kräfte (Triebe), die organisch damit zusammenhängen. Vernunft und freier Wille sind aber nicht körperlicher Natur, hier können die himmlischen Impressionen nur indirekt einwirken. … ... Der Weise beherrscht das Gestirn."
Auch wenn Ärzte heutzutage keine Astrologen mehr sind, so besteht verstärkt der Trend zum ganzheitlichen Heilen. Und jeder hat die Möglichkeit die für ihn richtige Heilmethode zu finden. Wichtig dabei ist zu klären, ob wir die Symptome der Krankheit oder ihre Ursachen beheben wollen.
Wie ging der "Astro-Mediziner" damals vor?
Mit Hilfe der Stundenastrologie wurde ein Horoskop auf den Zeitpunkt des Ausbruchs der Krankheit gestellt und gedeutet. Dabei spielte der Mond eine wichtige Rolle. Er wurde ab Neumond einen Monat beobachtet. Kritische Tage waren der 7., 14., und 21. Tag eines Mondmonats, denn an diesen Tagen bestehen kritische Aspekte (Quadrate, Oppositionen) des Mondes. Ein chirurgischer Eingriff wurde vermieden. Auch heute noch gilt, dass die Position des Mondes berücksichtigt werden sollte, wenn z. B. eine Operation bevor steht – was natürlich nicht in akuten und lebensbedrohlichen Situationen gelten darf. Eine OP sollte weder bei Vollmond durchgeführt werden noch wenn der Mond in dem Zeichen steht, das dem kranken Organ zugeordnet ist, um so starke Blutungen und Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Heilung zu fördern. Bei einer Mandel-OP sollte der Mond also nicht im Stier stehen, da das Zeichen die Halsregion regiert. Mit Hilfe der Astrologie erfahren wir, welche Organe und Körperregionen den Tierkreiszeichen und Planeten zugeordnet sind und was das für unsere Gesundheit bedeutet. Wir können anhand des individuellen Horoskops erkennen, wo unsere Schwachpunkte liegen.
Der Arzt und Naturwissenschaftler Claudius Ptolemäus war ebenfalls ein berühmter Astrologe. Er lebte im 2. Jh. n. Chr. und schuf das ptolemäische Weltbild, das er in seinem Hauptwerk Tetrabiblos (Vierbuch) darlegte. Er stellt darin den Bezug zwischen dem Geburtshoroskop und der Konstitution des Menschen her und verweist auf dessen Anfälligkeiten. So wurden die Zeichen und Planeten den Körperregionen und deren Anfälligkeiten zugeordnet, beginnend mit den Zeichen Widder das Bezug um Kopf hat und endend mit dem Zeichen Fische, das in Analogie zu den Füßen steht.
Astrologie und Gesundheit – psychosomatische Ansätze
Aus kosmischer Sicht braucht niemand krank zu sein, denn Krankheit bedeutet nicht im Einklang mit lebensgestaltenden Kräften zu stehen. Dennoch gibt es Krankheiten der verschiedensten Ursachen. Einige sind psychosomatisch bedingt, andere entstehen durch Ansteckung oder Umwelteinflüsse. Besonders anfällig für Infektionen sind die Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische, die eine ausgeprägte Aufnahmebereitschaft haben. Dennoch hängt es immer von der inneren Einstellung ab, z. B. Angst (Saturn) vor Ansteckung, ob sich jemand infiziert oder nicht.
Umwelteinflüssen ist jeder ausgesetzt, den einen machen sie krank, den anderen nicht. Deshalb ist das 8. Haus laut Thomas Ring als "Einfallstation für Umwelteinflüsse" zu beachten. Es zeigt die Empfänglichkeit für Umweltstörungen und gibt auch Aufschluss über den Stoffwechsel und über Allergien.
Krankheit ist durchaus nichts Anonymes, das dem Menschen auferlegt wird. Der Mensch ist krank, weil ihm etwas fehlt. Irgendetwas im Organismus stimmt nicht, sei es materiell, dass die Materie nicht in die organischen Funktionen einbezogen wird, oder dass sich etwas absondert, wie es bei Steinbildungen und rheumatischen Erkrankungen der Fall ist, oder dass seelisch etwas nicht in Ordnung ist. Folgende Fragen können dazu beitragen, dass wir herausfinden, was uns psychisch wirklich fehlt. Dann haben wir auch die Möglichkeit, kreativ mit "unserer" Krankheit umzugehen und daran zu wachsen.
1. Warum bin ich tatsächlich krank?
Welches Problem kann ich nicht anders lösen als durch diese Krankheit? Welchen Persönlichkeitsanteil kann ich nicht ausleben? In diesem Fall sind die Lebensgewohnheiten – Ernährung, Lebensstil, Arbeits- und Wohnsituation – zu überprüfen.
2. Handelt es sich um eine akute oder um eine chronische Krankheit?
Mögliche Gründe für akut auftretende Krankheiten: Jemand hat Angst vor einem wichtigen Gespräch mit seinem Vorgesetzten und bekommt z. B. die Grippe, eine Darmerkrankung oder Magenbeschwerden usw. Im Volksmund heißt es bei Erkältungen "man hat die Nase voll" und bei Rückenschmerzen "man hat sich zuviel aufgeladen." Tatsächlich steckt hinter solchen Anfälligkeiten immer eine psychische Ursache, denn selbst wenn man sich einen Virus "einfängt", ist das Immunsystem geschwächt, weil wir nicht in unserer Mitte sind.
Mögliche Gründe für chronische Krankheiten: Auf der unbewussten Ebene kann ein Problem langfristig nicht gelöst werden. Man hat das Gefühl, "faule" Kompromisse oder Zugeständnisse machen zu müssen oder ohnmächtig zu sein und kann oder will sein Ziel nicht erreichen.
3. Welche Krankheit habe ich mir ausgesucht?
Da jedes Organ symbolisch für einen Konflikt steht, ist die Frage: Wo wird der Konflikt auf der Körperebene ausgelebt?
Wenn einem "die Galle überläuft" (MA/ JU), weil man seine Aggressionen in sich hineingefressen hat, oder die Wut auf den Magen schlägt (MO/MA) werden Energien (Mars) von der Seele (Mond) nicht richtig verarbeitet, sondern oftmals gegen sich selbst (MA/SO) und den eigenen Körper (SO) gerichtet.
4. Wie zeigt sich die Somatisierung?
Welche Lebensumstände bzw. Konfliktsituationen waren vorhanden als die Symptome zum ersten Mal auftraten? Mit welchen Konstellationen zeigt sich dieser Konflikt im Horoskop?
5. Welchen Sinn und Zweck hat die Krankheit?
Was will mir die Krankheit sagen? Was nützt sie mir? Was erreiche ich auf Umwegen durch diese Krankheit?
Es gilt immer die möglichen Gründe für eine Krankheit zu klären, und bei allen Beschwerden ist der Ausbruch der Krankheit am aussagekräftigsten. In welcher Situation befand sich der Betroffene? Transite und Direktionen geben konkret Aufschluss darüber. Auch das Solar-Horoskop zeigt den Trend des Lebensjahres an und kann weitere wichtige Informationen liefern.
Krankheiten entstehen, wenn die vier Elemente nicht im Gleichgewicht sind, das heißt, wenn wir nicht in unserer Mitte sind.
Grundsätzlich sollten wir immer vom Geburtshoroskop und der Veranlagung des Klienten ausgehen. Dazu brauchen wir Informationen über seine Lebenssituation, seine Entwicklung und über seine Bezugspersonen. Um im Horoskop herauszufinden wo unsere Anfälligkeiten und Schwächen liegen, gilt es bestimmte Konstellationen zu berücksichtigen, denn Krankheiten entstehen, wenn die vier Elemente nicht im Gleichgewicht sind, das heißt, wenn wir nicht in unserer Mitte sind. Ist das der Fall, werden auch die Polaritäten nicht richtig gelebt. Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren geben die Aspektverbindungen Aufschluss über den Umgang mit Krankheit. Ein Geborener mit Mars Quadrat oder Opposition Uranus z. B. neigt zur Ungeduld und zu übereilten Handlungen. Verletzungen, Unfälle oder Operationen können ein Thema für ihn sein, vor allem, wenn auch die Sonne an diesem Aspekt beteiligt ist. Spannungsreiche Mars-Saturn-Verbindungen können zu Knochenentzündungen und Arthrose führen, Mars-Neptun-Aspekte machen anfällig für Infektionen und Sonne-Mars- sowie Sonne-Uranus-Spannungen bewirken u. a. Störungen im Bereich des Herzens wie Krampfzustände oder Herzrhythmusstörungen. Sonne-Saturn-Aspekte zeigen die Anlage zu Rheuma an, und Sonne-Neptun-Verbindung weisen auf eine eher schwache Konstitution hin – um nur einige allgemeine Zuordnungen zu nennen.
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Das Thema Gesundheit wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Jeder weiß, dass die Krankenkassen kaum noch Kosten übernehmen, und die Ärzte dazu angehalten sind, dem Patienten nur das Notwendigste im Rahmen des Kostenplans zu verordnen. Die meisten Menschen suchen einen Arzt auf, wenn sie eine akute Krankheit haben und dringend Hilfe brauchen, damit sie schnell wieder gesund werden. Das heißt, sie nehmen entsprechende Medikamente ein, die die Symptome bekämpfen. In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage: Was ist Krankheit eigentlich, wann entsteht sie, und welche Ursache(n) hat sie? Gibt es Möglichkeiten, Krankheiten zu vermeiden und gesund zu bleiben?
Die WHO definiert Gesundheit als einen Zustand körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Und der Schriftsteller Peter Altenberg sagte einmal: "Krankheit ist der Aufschrei einer beleidigten Seele". Steckt hinter jeder Erkrankung auch eine seelische Ursache? Um der Antwort näher zu kommen, sollten wir uns fragen: "Will uns diese Krankheit etwas sagen?" – Welche Organe und Körperpartien sind betroffen, und welche Einschränkungen oder gar Vorteile erfahren wir dadurch im Alltag? In unserer schnelllebigen Zeit und der gesellschaftlichen Leistungsorientiertheit haben Stress, Ängste und die Sicherung der wirtschaftlichen Lage ebenfalls Einfluss auf unser Befinden, denn: Unser Schicksal ist ein Spiegelbild unserer Seele. Hinter jeder Krankheit verbirgt sich eine Botschaft. Und Krankheit kann auch zur Entwicklung und zur Stärkung der Persönlichkeit beitragen – je nachdem, wie wir mit ihr umgehen.
Wenn wir von Ursache und Wirkung sprechen, und damit den so genannten Karma-Gedanken aufgreifen, dürfte jede Krankheit einen Sinn haben – denken wir nur an Menschen, die mit einer Erbkrankheit oder einer Behinderung auf die Welt kommen und von klein auf lernen, ihre Krankheit zu akzeptieren und sich im Leben durchaus gut damit zurecht finden können oder müssen. Eine Krankheit hat also immer etwas mit dem Patienten zu tun. Sie fordert ihn auf, sich mit ihren Signalen intensiv auseinander zu setzen, sich damit zu identifizieren, um den eigenen abgelehnten Anteil in die Persönlichkeit zu integrieren. Insbesondere Kinderkrankheiten tragen mitunter zu Entwicklungsschüben bei, und Erbkrankheiten erfordern eine Auseinandersetzung mit persönlichen und Familienthemen, die wahrscheinlich schon von vorherigen Generationen vernachlässigt wurden. Ein Mensch ist dann gesund, wenn er in seiner Mitte ist, das heißt, wenn männliche und weibliche Energien ausgeglichen sind, wenn er sich im Einklang mit den universellen bzw. kosmischen Gesetzen befindet, zufrieden und voller Lebensfreude ist.
Die Anfänge der Astro-Medizin
Die beiden Leitgedanken der Medizin waren damals wie heute: "Heile durch das gleiche Prinzip" oder "heile mit dem Gegenteil", was auch heute noch gilt. Wenn wir uns z. B. verbrennen, kühlen wir die Brandstelle, haben wir kalte Füße, nehmen wir ein warmes Fußbad. Die "Astro-Mediziner" heilten Krankheiten, indem sie z. B. bei Erkältungen, Rheuma oder Arthrose (Saturn-Krankheiten) wärmende Mittel, bei Fieber und Allergien (Mars-Krankheiten) kalte Umschläge verordneten. Bei Verstopfung und Nierenstörungen ("Krankheiten des Wassers") wurde der Patient "ans Wasser gebracht", d. h. er musste viel trinken.
Der Mensch fühlte sich anfangs mit der Schöpfung so stark verbunden, dass er ihrem Rhythmus folgte und vollkommen im Einklang mit der Natur lebte. Später erforschte er den Himmel, die Sterne, stellte eine Verbindung zwischen Himmel und Erde her und vergaß immer mehr von seinem Urwissen. Durch die Astrologie wurde jedoch die Verbindung zu diesem Urwissen aufrecht erhalten, das auch heute noch in jedem Menschen vorhanden ist und intuitiv erfahren werden kann.
Ähnliches vollzog sich auch in der Heilkunst, denn instinktiv wussten die Menschen – genau wie die Tiere – wie sie auf natürliche Weise mit ihren Krankheiten umgehen konnten. Dieser Instinkt und die Verbindung mit den universellen Kräften gingen jedoch auch verloren. Die Menschen orientierten sich an der Astrologie, und aus der Verbindung von Astrologie und Heilkunst entstanden die Ansätze der medizinischen Astrologie. Wie in der Homöopathie werden auch mit der Astrologie keine Krankheiten, sondern kranke Menschen behandelt, indem man herausfindet, woran jemand leidet und was ihm fehlt, um dann das richtige Heilmittel dafür zu finden. Jede Krankheit ist individuell und muss auch so behandelt werden.
Dieser Grundsatz wird durch die Psychosomatik (seit 1818) – die Wechselwirkung zwischen Seele (Psycho) und Körper (Soma) – noch vertieft. Und sogar von der Schulmedizin werden die "Holy Seven", die "heiligen sieben" psychosomatischen Krankheiten Essentielle arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Rheumatische Arthritis, Asthma bronchiale, Hypertyreose (Schilddrüsenerkrankung), Neurodermitis, Ulcus duodeni (Magen. bzw. Zwölffingerdarmgeschwür), Colitis ulcerosa (und Morbus Crohn – Chronische Darmentzündungen) anerkannt. Die Astrologie war in ihren Anfängen eine Wissenschaft. Jeder Arzt und jeder Naturwissenschaftler war bis zum 16. Jh. auch Astrologe. Oftmals konnte man mit Hilfe der Astrologie eine Krankheit erkennen, behandeln und heilen. So hatte die Astrologie einen hohen Stellenwert. Sie wurde an Universitäten gelehrt und von vielen bekannten Männern ausgeübt: Platon und Aristoteles waren ihrer kundig. Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei arbeiteten astrologisch, und selbst Bischöfe und Päpste förderten die Astrologie – sie gehörte zu ihrem Alltag dazu. Der Theologe und Naturphilosoph Paracelsus prägte den Satz: "Ein guter Arzt muss immer auch ein guter Astrologe sein."
Thomas von Aquino, der im 13. Jh. lebte, schrieb in seinem Werk: Summa Theologica: "... Die Sterne sind körperlicher Natur und können daher nur auf körperliche Dinge einwirken, also auch auf den Leib des Menschen und auf jene Kräfte (Triebe), die organisch damit zusammenhängen. Vernunft und freier Wille sind aber nicht körperlicher Natur, hier können die himmlischen Impressionen nur indirekt einwirken. … ... Der Weise beherrscht das Gestirn."
Auch wenn Ärzte heutzutage keine Astrologen mehr sind, so besteht verstärkt der Trend zum ganzheitlichen Heilen. Und jeder hat die Möglichkeit die für ihn richtige Heilmethode zu finden. Wichtig dabei ist zu klären, ob wir die Symptome der Krankheit oder ihre Ursachen beheben wollen.
Wie ging der "Astro-Mediziner" damals vor?
Mit Hilfe der Stundenastrologie wurde ein Horoskop auf den Zeitpunkt des Ausbruchs der Krankheit gestellt und gedeutet. Dabei spielte der Mond eine wichtige Rolle. Er wurde ab Neumond einen Monat beobachtet. Kritische Tage waren der 7., 14., und 21. Tag eines Mondmonats, denn an diesen Tagen bestehen kritische Aspekte (Quadrate, Oppositionen) des Mondes. Ein chirurgischer Eingriff wurde vermieden. Auch heute noch gilt, dass die Position des Mondes berücksichtigt werden sollte, wenn z. B. eine Operation bevor steht – was natürlich nicht in akuten und lebensbedrohlichen Situationen gelten darf. Eine OP sollte weder bei Vollmond durchgeführt werden noch wenn der Mond in dem Zeichen steht, das dem kranken Organ zugeordnet ist, um so starke Blutungen und Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Heilung zu fördern. Bei einer Mandel-OP sollte der Mond also nicht im Stier stehen, da das Zeichen die Halsregion regiert. Mit Hilfe der Astrologie erfahren wir, welche Organe und Körperregionen den Tierkreiszeichen und Planeten zugeordnet sind und was das für unsere Gesundheit bedeutet. Wir können anhand des individuellen Horoskops erkennen, wo unsere Schwachpunkte liegen.
Der Arzt und Naturwissenschaftler Claudius Ptolemäus war ebenfalls ein berühmter Astrologe. Er lebte im 2. Jh. n. Chr. und schuf das ptolemäische Weltbild, das er in seinem Hauptwerk Tetrabiblos (Vierbuch) darlegte. Er stellt darin den Bezug zwischen dem Geburtshoroskop und der Konstitution des Menschen her und verweist auf dessen Anfälligkeiten. So wurden die Zeichen und Planeten den Körperregionen und deren Anfälligkeiten zugeordnet, beginnend mit den Zeichen Widder das Bezug um Kopf hat und endend mit dem Zeichen Fische, das in Analogie zu den Füßen steht.
Astrologie und Gesundheit – psychosomatische Ansätze
Aus kosmischer Sicht braucht niemand krank zu sein, denn Krankheit bedeutet nicht im Einklang mit lebensgestaltenden Kräften zu stehen. Dennoch gibt es Krankheiten der verschiedensten Ursachen. Einige sind psychosomatisch bedingt, andere entstehen durch Ansteckung oder Umwelteinflüsse. Besonders anfällig für Infektionen sind die Wasserzeichen Krebs, Skorpion und Fische, die eine ausgeprägte Aufnahmebereitschaft haben. Dennoch hängt es immer von der inneren Einstellung ab, z. B. Angst (Saturn) vor Ansteckung, ob sich jemand infiziert oder nicht.
Umwelteinflüssen ist jeder ausgesetzt, den einen machen sie krank, den anderen nicht. Deshalb ist das 8. Haus laut Thomas Ring als "Einfallstation für Umwelteinflüsse" zu beachten. Es zeigt die Empfänglichkeit für Umweltstörungen und gibt auch Aufschluss über den Stoffwechsel und über Allergien.
Krankheit ist durchaus nichts Anonymes, das dem Menschen auferlegt wird. Der Mensch ist krank, weil ihm etwas fehlt. Irgendetwas im Organismus stimmt nicht, sei es materiell, dass die Materie nicht in die organischen Funktionen einbezogen wird, oder dass sich etwas absondert, wie es bei Steinbildungen und rheumatischen Erkrankungen der Fall ist, oder dass seelisch etwas nicht in Ordnung ist. Folgende Fragen können dazu beitragen, dass wir herausfinden, was uns psychisch wirklich fehlt. Dann haben wir auch die Möglichkeit, kreativ mit "unserer" Krankheit umzugehen und daran zu wachsen.
1. Warum bin ich tatsächlich krank?
Welches Problem kann ich nicht anders lösen als durch diese Krankheit? Welchen Persönlichkeitsanteil kann ich nicht ausleben? In diesem Fall sind die Lebensgewohnheiten – Ernährung, Lebensstil, Arbeits- und Wohnsituation – zu überprüfen.
2. Handelt es sich um eine akute oder um eine chronische Krankheit?
Mögliche Gründe für akut auftretende Krankheiten: Jemand hat Angst vor einem wichtigen Gespräch mit seinem Vorgesetzten und bekommt z. B. die Grippe, eine Darmerkrankung oder Magenbeschwerden usw. Im Volksmund heißt es bei Erkältungen "man hat die Nase voll" und bei Rückenschmerzen "man hat sich zuviel aufgeladen." Tatsächlich steckt hinter solchen Anfälligkeiten immer eine psychische Ursache, denn selbst wenn man sich einen Virus "einfängt", ist das Immunsystem geschwächt, weil wir nicht in unserer Mitte sind.
Mögliche Gründe für chronische Krankheiten: Auf der unbewussten Ebene kann ein Problem langfristig nicht gelöst werden. Man hat das Gefühl, "faule" Kompromisse oder Zugeständnisse machen zu müssen oder ohnmächtig zu sein und kann oder will sein Ziel nicht erreichen.
3. Welche Krankheit habe ich mir ausgesucht?
Da jedes Organ symbolisch für einen Konflikt steht, ist die Frage: Wo wird der Konflikt auf der Körperebene ausgelebt?
Wenn einem "die Galle überläuft" (MA/ JU), weil man seine Aggressionen in sich hineingefressen hat, oder die Wut auf den Magen schlägt (MO/MA) werden Energien (Mars) von der Seele (Mond) nicht richtig verarbeitet, sondern oftmals gegen sich selbst (MA/SO) und den eigenen Körper (SO) gerichtet.
4. Wie zeigt sich die Somatisierung?
Welche Lebensumstände bzw. Konfliktsituationen waren vorhanden als die Symptome zum ersten Mal auftraten? Mit welchen Konstellationen zeigt sich dieser Konflikt im Horoskop?
5. Welchen Sinn und Zweck hat die Krankheit?
Was will mir die Krankheit sagen? Was nützt sie mir? Was erreiche ich auf Umwegen durch diese Krankheit?
Es gilt immer die möglichen Gründe für eine Krankheit zu klären, und bei allen Beschwerden ist der Ausbruch der Krankheit am aussagekräftigsten. In welcher Situation befand sich der Betroffene? Transite und Direktionen geben konkret Aufschluss darüber. Auch das Solar-Horoskop zeigt den Trend des Lebensjahres an und kann weitere wichtige Informationen liefern.
Krankheiten entstehen, wenn die vier Elemente nicht im Gleichgewicht sind, das heißt, wenn wir nicht in unserer Mitte sind.
Grundsätzlich sollten wir immer vom Geburtshoroskop und der Veranlagung des Klienten ausgehen. Dazu brauchen wir Informationen über seine Lebenssituation, seine Entwicklung und über seine Bezugspersonen. Um im Horoskop herauszufinden wo unsere Anfälligkeiten und Schwächen liegen, gilt es bestimmte Konstellationen zu berücksichtigen, denn Krankheiten entstehen, wenn die vier Elemente nicht im Gleichgewicht sind, das heißt, wenn wir nicht in unserer Mitte sind. Ist das der Fall, werden auch die Polaritäten nicht richtig gelebt. Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren geben die Aspektverbindungen Aufschluss über den Umgang mit Krankheit. Ein Geborener mit Mars Quadrat oder Opposition Uranus z. B. neigt zur Ungeduld und zu übereilten Handlungen. Verletzungen, Unfälle oder Operationen können ein Thema für ihn sein, vor allem, wenn auch die Sonne an diesem Aspekt beteiligt ist. Spannungsreiche Mars-Saturn-Verbindungen können zu Knochenentzündungen und Arthrose führen, Mars-Neptun-Aspekte machen anfällig für Infektionen und Sonne-Mars- sowie Sonne-Uranus-Spannungen bewirken u. a. Störungen im Bereich des Herzens wie Krampfzustände oder Herzrhythmusstörungen. Sonne-Saturn-Aspekte zeigen die Anlage zu Rheuma an, und Sonne-Neptun-Verbindung weisen auf eine eher schwache Konstitution hin – um nur einige allgemeine Zuordnungen zu nennen.
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